6./7.1.2018

60 Jahre Internationale Adelbodner Skitage

Von Siegern aus Japan, Schneeballschlachten und grossen sportlichen Erfolgen


Die Geschichte der Internationalen Adelbodner Skitage ist geprägt von Hochs und Tiefs, von sportlichen Höhepunkten und dem Ringen mit dem Wetter. Sie spiegelt die Entwicklung vom einfachen Skirennen zu einem der grössten und publikumsstärksten Anlässe im Skizirkus.

Man schrieb das Jahr 1956 als der frischgebackener Kurdirektor Dr. Fred Rubi seine ehemaligen Konkurrenten zu den ersten Internationalen Adelbodner Skitagen einlud. 36 Fahrer in Pullovern, Wollmützen und Keilhosen traten vor 2000 Zuschauern zum ersten Rennen unter diesem Titel an. Gewonnen wurde das Rennen überraschend vom Japaner Chiharu Igaya vor Tom Corcoran aus den USA. Den zweiten Slalom am nächsten Tag gewann der Schweizer Georges Schneider.
Seither gab es in der Geschichte der Skitage viele Höhepunkte und dramatische Momente. Etwa 1958, als erstmals Österreicher am Start waren. Oder 1959, als die beiden Slaloms zum ersten Mal auf die Tschentenalp verlegt werden mussten. Dies sollte noch weitere acht Mal der Fall sein, bis die FIS 1994 entschied, dass das Zielgelände an Tschenten nicht mehr zeitgemäss sei und deshalb dort keine Rennen mehr durchgeführt werden dürfen.
1967 wurde das Rennen erstmals als FIS Weltcup durchgeführt, womit der Grundstein für den Riesenslalom Klassiker gelegt war. 1968 musste das Rennen vom Samstag wegen eines Schneesturms abgesagt werden. Die Fahrer nahmen‘s gelassen - sie lieferten sich eine Schneeballschlacht und halfen den 160 Funktionären die Piste für den Sonntag rennbereit zu machen.

Kein Aufwand zu gross …
Die Organisatoren mussten wegen Schneemangels sechs Absagen verkraften. In anderen Jahren mussten die Rennen abgebrochen werden. Manchmal konnten sie nur dank aussergewöhnlicher Massnahmen durchgeführt werden, wie z. B. 1974, als in Milchkannen 120‘000 Liter Wasser mit der Sesselbahn auf die Tschentenalp gebracht, oder 1998 und 2003, als 450 Lastwagenladungen Schnee vom Grimselpass und von Geils geholt wurden. 1999 wurde die fixe Beschneiungsanlage gebaut, die es bei tiefen Temperaturen erlaubt, frühzeitig Schneedepots einzurichten und die Piste von oben bis unten zu beschneien.
1982 übertrug das Schweizer Fernsehen das Rennen erstmals live und 5000 Zuschauer waren vor Ort. Ein grosser Höhepunkt war auch 1983 als mit Pirmin Zurbriggen, Max Julen und Jacques Lüthi drei Schweizer auf dem Podest standen.
1989 schien die Geschichte der Internationalen Adelbodner Skitage zu Ende. Die FIS wollte die sieben Schweizer Rennen auf fünf reduzieren und deshalb Adelboden aus dem Kalender streichen. Nach heftigen Protesten wurde der Entscheid rückgängig gemacht und der einzige Riesenslalom Klassiker lebte weiter.
1991 fand das 25. Weltcup-Rennen statt. Das Budget betrug 160‘000 Franken und war laut Fred Rubi der günstigste Anlass im Skizirkus.

Neues OK – neues Konzept
Nach dem Rücktritt von Fred Rubi übernahm 1995 ein neues vierköpfiges OK die Organisation der Rennen. Das neue Konzept, welches eine Tribüne, ein VIP-Zelt und ein Weltcup-Dörfli beinhaltete, setzte vermehrt auch auf den Sport als Unterhaltungs-Erlebnis. Leider musste das Rennen wegen Regen abgesagt werden. Da auch die Weltmeisterschaften in der Sierra Nevada nicht stattfanden und die FIS Ersatzrennen organisierte, fand am 4. Februar doch noch ein gelungenes Skifest statt.
2002 wurde der Start des Rennens zur Bergstation des damaligen Skilifts verlegt, womit die Chuenisbärgli-Strecke um das furchterregende „Kanonenrohr“ verlängert wurde. Neu wurden auch Injektionsbalken eingesetzt, um die Piste kompakter zu machen.
Seit 2006 finden jeweils ein Riesenslalom am Samstag und ein Slalom am Sonntag statt. Der Riesenslalom gilt als einer der schwierigsten im Weltcupzirkus und der Slalom glänzt mit dem steilsten Zielhang. Kein Wunder befinden sich unter den Siegern grosse Namen wie Jean-Claude Killy (2 Siege), Gustavo Thoeni (3), Ingemar Stenmark (5), Michael von Grünigen (2), Benjamin Raich (3) und Marcel Hirscher (5). Auch die einheimischen Fahrer wuchsen in Adelboden über sich hinaus. Adolf Rösti wurde 1972 Zweiter und Hans Pieren, heute Rennleiter, erreichte hier u.a. die Plätze zwei und fünf.
2005 forderte die FIS als Ersatz für den alten Bügellift eine neue Sesselbahn, andernfalls gebe es keine Rennen mehr am Chuenisbärgli. Hunderte von Adelbodnern und Gästen halfen mit, den Rest des für den Neubau benötigten Geldes aufzubringen.
Was 1956 mit einigen Zehntausend Franken Aufwand und 2000 Zuschauern begonnen hat, ist heute ein Sportfest, das für den Riesenslalom 30‘000 und für den Slalom 10‘000 Zuschauer nach Adelboden lockt. Nachdem das Budget 1999 zum ersten Mal über 1 Mio. und 2010 über 3 Mio. stieg, beträgt es heute 5,4 Mio. Franken und die geschätzte Wertschöpfung in der Region 10.3 Mio (Studie von 2009). Pro Tag stehen jeweils 1‘500 Helfer für die Weltcuprennen im Einsatz.
Weltcup Adelboden wird auch in Zukunft auf die Unterstützung von Sponsoren und Partnern sowie den Goodwill und die Mithilfe der Adelbodner Bevölkerung und den vielen freiwilligen Helfern angewiesen sein.

Fred Rubi Memorial


1926 – 1997
Skirennfahrer, Kurdirektor, Politiker

Der in Wengen geborene Fred Rubi stand als 17-Jähriger bei den Lauberhornrennen erstmals auf dem Podest. 1950 gewann er die Abfahrt und die Kombination. 1952 erreichte er den vierten Abfahrtsrang bei den Olympischen Winterspielen. Nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Skikarriere 1954, wurde er zum Kurdirektor von Adelboden gewählt. Dieses Amt übte er bis 1991 aus. Als ehemaliger Skirennfahrer war ihm die Durchführung von Rennen sehr wichtig. Bereits 1956 lud er zu den ersten Internationalen Adelbodner Skitagen ein. Als Organisationstalent war Fred Rubi bekannt für seine effektvolle Art Sitzungen zu leiten – er besass fachliche Autorität und hintergründigen Humor und prägte die Internationalen Adelbodner Skitage bis zu seinem Rücktritt 1994 während fast 40 Jahren. Ab 1966 war er in verschiedenen Funktionen in der Politik tätig.

50 Jahre Internationale Skirennen Adelboden 1956 – 2006


Weitere Infos über die Geschichte des Audi FIS Ski World Cup finden sie im Buch „50 Jahre Internationale Skirennen Adelboden 1956 – 2006“.

Bisherige Sieger

Jahr Disziplin
1. Platz
2. Platz
3. Platz
2017 Slalom Kristoffersen Henrik NOR Moelgg Manfred ITA Hirscher Marcel AUT
2017 Riesenslalom Pinturault Alexis FRA Hirscher Marcel AUT Schoerghofer Philipp AUT
2016 Slalom Kristoffersen Henrik NOR Hirscher Marcel AUT Khoroshilov Alexander RUS
2016 Riesenslalom abgesagt
2015 Riesenslalom Hirscher Marcel AUT Pinturault Alexis FRA Kristoffersen Henrik NOR
2015 Slalom Gross Stefano ITA Dopfer Fritz GER Hirscher Marcel AUT
2014 Riesenslalom Neureuther Felix GER Fanara Thomas FRA Hirscher Marcel AUT
2014 Slalom Hirscher Marcel AUT Myhrer André SWE Kristoffersen Henrik NOR
2013 Riesenslalom Ligety Ted USA Dopfer Fritz GER Neureuther Felix GER
2013 Slalom Hirscher Marcel AUT Matt Mario AUT Moelgg Manfred ITA
2012 Riesenslalom Hirscher Marcel AUT Raich Benjamin AUT Blardone Massimilliano ITA
2012 Slalom Hirscher Marcel AUT Kostelic Ivica CRO Gross Stefano ITA
2011 Riesenslalom Cyprien Richard FRA und Svindal Aksel Lund NOR Fanara Thomas FRA
2011 Slalom Kostelic Ivica CROHirscher Marcel AUT Herbst Reinfried AUT
2010 Riesenslalom abgebrochen
2010 SlalomLizeroux Julien FRAHirscher Marcel AUTKostelic Ivica CRO
2009 RiesenslalomRaich Benjamin AUTBlardone Massimiliano ITAJansrud Kjetil NOR
2009 SlalomHerbst Reinfried AUTPranger Manfred AUTNeureuther Felix GER
2008 RiesenslalomBerthod Marc SUIAlbrecht Daniel SUIReichelt Hannes AUT
2008 SlalomMatt Mario AUTRaich Benjamin AUTNeureuther Felix GER
2007 RiesenslalomRaich Benjamin AUTBlardone Massimiliano ITASvindal Aksel Lund NOR
2007 SlalomBerthod Marc SUIRaich Benjamin AUTMatt Mario AUT
2006 RiesenslalomRaich Benjamin AUTNyberg Frederik SWEGoergl Stephan AUT und Palander Kalle FIN
2006 SlalomRocca Giorgio ITALigety Ted USARaich Benjamin AUT
2005 RiesenslalomBlardone Massimiliano ITAMiller Bode USAPalander Kalle FIN
2004 RiesenslalomPalander Kalle FINBlardone Massimiliano ITAGruber Christoph AUT und Schilchegger Heinz AUT
2004 SlalomSchönfelder Rainer AUTMiller Bode USARaich Benjamin AUT
2003 RiesenslalomKnauss Hans AUTvon Grünigen Michael SUIAamodt Kjetil Andre NOR
2002 RiesenslalomCuche Didier SUICovili Frédéric FRANyberg Frederik SWE
2002 SlalomMiller Bode USAKostelic Ivica CROKunc Mitja SLO
2001 RiesenslalomMaier Hermann AUTvon Grünigen Michael SUINyberg Fredrik SWE
2000 Riesenslalom abgebrochen
2000 SlalomVrhovnik Matjaz SLOAamodt Kjetil Andre NORMatt Mario AUT
1999 RiesenslalomMaier Hermann AUTAamodt Kjetil Andre NORRaich Benjamin AUT
1998 RiesenslalomMaier Hermann AUTvon Grünigen Michael SUIAccola Paul SUI
1997 RiesenslalomAamodt Kjetil Andre NORvon Grünigen Michael SUISchifferer Andreas AUT
1996 Riesenslalomvon Grünigen Michael SUIKälin Urs SUIStiansen Tom NOR
1995 RiesenslalomTomba Alberto ITAKosir Jure SLOStrand Nilsen H. C. NOR
1994 Riesenslalom (ausgetragen in Montana)Thorsen Jan Einar NORKunc Mitja SLOSalzgeber Rainer AUT
1993 Riesenslalom (ausgetragen in Veysonnaz)von Grünigen Michael SUITomba Alberto ITAKjus Lasse NOR
1992 RiesenslalomFuruseth Ole Ch. NORPieren Hans SUIGirardelli Marc LUX
1991 RiesenslalomGirardelli Marc LUXTomba Alberto ITANierlich Rudolf AUT
1990 Riesenslalom (ausgetragen in Veysonnaz)Kroell Richard AUTStrolz Hubert AUTNierlich Rudolf AUT
1989 RiesenslalomGirardelli Marc LUXFuruseth Ole Ch. NORTomba Alberto ITA
1988 Riesenslalom (ausgetragen in Saas-Fee)Tomba Alberto ITAMader Günther AUTMayer Helmut AUT
1987 RiesenslalomZurbriggen Pirmin SUIGirardelli Marc LUXStrolz Hubert AUT
1986 RiesenslalomPramotton Richard ITATonazzi Marco ITAStrolz Hubert AUT
1985 RiesenslalomEnn Hans AUTStrolz Hubert AUTPramotton Richard ITA
1984 RiesenslalomStenmark Ingemar SWEStrolz Hubert AUTZurbriggen Pirmin SUI
1983 RiesenslalomZurbriggen Pirmin SUIJulen Max SUILuethy Jacques SUI
1982 RiesenslalomStenmark Ingemar SWEMahre Phil USAJulen Max SUI
1981 RiesenslalomStenmark Ingemar SWEOrlainsky Christian AUT und Strel Boris JUG
1980 RiesenslalomStenmark Ingemar SWELuethy Jacques SUIGaspoz Joël SUI
1979 RiesenslalomStenmark Ingemar SWEWenzel Andreas LIELuethy Jacques SUI
1978 RiesenslalomWenzel Andreas LIEStenmark Ingemar SWEGros Piero ITA
1977 RiesenslalomHemmi Heini SUIStenmark Ingemar SWEHeidegger Klaus AUT
1976 RiesenslalomThoeni Gustavo ITAStenmark Ingemar SWEPargätzi Engelhard SUI
1975 RiesenslalomGros Piero ITAThoeni Gustavo ITAMattle Werner SUI
1974 RiesenslalomThoeni Gustavo ITAGros Piero ITAHinterseer Hansi AUT
1973 RiesenslalomThoeni Gustavo ITAHinterseer Hansi AUTHaker Erik NOR
1972 RiesenslalomMattle Werner SUIRösti Adolf SUIThoeni Gustavo ITA
1971 RiesenslalomRussel Patrick FRAThoeni Gustavo ITADuvillard Henri FRA
1970 RiesenslalomSchranz Karl AUTHeckelmiller Sepp BRDGiovanoli Dumeng SUI
1969 RiesenslalomAugert Jean-Noël FRAAugert Jean-Pierre FRASchranz Karl AUT
1968 RiesenslalomKilly Jean-Claude FRABruggmann Edmund SUIKälin Stefan SUI
1967 RiesenslalomKilly Jean-Claude FRAFavre Willy SUIMauduit Georges FRA
1966 Riesenslalom Kidd William USA Favre Willy SUI Bruggmann Edmund SUI
1965 Riesenslalom Lacroix Léo FRA Mahlknecht Ivo ITA Favre Willy SUI
1965 Riesenslalom Bruggmann Edmund SUI Lacroix Léo FRA von Allmen Beat SUI
1964 Rennen abgesagt
1963 Riesenslalom Lacroix Léo FRA Wagnerberger Fritz BRD Leitner Ludwig BRD
1963 Riesenslalom Grünenfelder G. SUI Killy Jean-Claude FRA Mauduit Georges FRA
1962 Rennen abgesagt
1961 Riesenslalom Riedel Eberhard DDR Forrer Willy SUI Pedroncelli Italo ITA
1961 Slalom Wagnerberger Fritz BRD Gerber Daniel SUI Mathis Adolf SUI
1960 Riesenslalom Leitner Ludwig BRD Pedroncelli Italo ITA Staub Roger SUI
1960 Slalom Leitner Ludwig BRD Pedroncelli Italo ITA Alberti Bruno ITA
1959 Riesenslalom Wagnerberger Fritz BRD Nenning Gerhard AUT Leitner Ludwig BRD
1959 Slalom Behr Sepp BRD Werner Bud USA Schneider Georges SUI
1958 Riesenslalom Staub Roger SUI Leitner Hias AUT Bozon Charles FRA
1958 Slalom Bozon Charles FRA Hinterseer Ernst AUT Schneider Georges SUI
1957 Slalom Bläsi Roland SUI Sutter Ruppert SUI Bozon Charles FRA
1957 Slalom Schneider Georges SUI Bozon Charles FRA Burrini Gino ITA
1956 Slalom Schneider Georges SUI Bonlieu François FRA Perret Bernard FRA
1956 Slalom Jgaya Chiharu JPN Corcoran Tom USA Duvillard Adrien FRA
1955 Slalom Julen Martin SUI Duvillard Adrien FRA Schneider Georges SUI
Der Audi FIS Ski World Cup von Adelboden steht als wichtiger Eckpfeiler des Alpinen Skiweltcup im Zentrum des Weltcup Kalenders. Dem traditionellen Riesenslalom mit Marcel Hirscher, Carlo Janka, Ivica Kostelic, Felix Neureuther und allen anderen Stars vom Samstag folgt der nicht minder spektakuläre Slalom vom Sonntag mit dem steilsten Zielhang, der Aksel Lund Svindal, Marc Gini, Ted Ligety und den weiteren Rennläufern alles abverlangt und den Sie als Zuschauer hautnah und live mitverfolgen können. An zwei Tagen im Jahr wird das Chuenisbärgli zum wahren Hexenkessel. Tausende von begeisterten Skisportfans aus der Schweiz und der ganzen Welt prägen die Stimmung entlang der Rennstrecke, im Ziel, der Chäla sowie im Weltcup-Dorf.
AUDI FIS Ski World Cup Adelboden
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